Die teuersten Fehler sind fast nie exotisch: weitgehend passende Keywords ohne negative Liste, Anzeigen auf die Startseite, kein oder kaputtes Tracking, Display- und Suchnetzwerk-Partner aktiv, zu großer Umkreis, Empfehlungen von Google blind übernommen. Wer diese zehn Punkte prüft, findet in den meisten Konten ein Drittel des Budgets, das nichts bringt.
1. Weitgehend passende Keywords ohne negative Liste
Der Klassiker. Das Keyword „Badsanierung“ im Typ „weitgehend passend“ erscheint auch bei „Badsanierung selber machen“, „Badsanierung Förderung“, „Badsanierung Kosten Forum“. Google interpretiert großzügig, was zu Ihrem Keyword passt. Ohne eine gepflegte Liste negativer Keywords zahlen Sie für jede dieser Suchen.
So erkennen Sie es: Suchbegriffe-Bericht öffnen, 30 Tage, nach Kosten sortieren. Wenn Sie in den ersten 20 Zeilen Begriffe finden, für die Sie nie hätten erscheinen wollen, ist es dieser Fehler.
2. Anzeigen führen auf die Startseite
Jemand sucht „Rechtsanwalt Kündigung Köln“, klickt und landet auf einer Startseite mit acht Rechtsgebieten, einer Teamvorstellung und einem Newsletter. Er sucht die Antwort auf seine Frage, findet sie nicht sofort und ist wieder weg. Die Klicks kosten dasselbe wie auf eine Landingpage, bringen aber einen Bruchteil der Anfragen.
So erkennen Sie es: Finale URL der Anzeigen prüfen. Wenn dort die Domain ohne Pfad steht, ist es dieser Fehler.
3. Kein Tracking oder kaputtes Tracking
Ohne Conversion-Tracking optimieren Sie und die Gebotsautomatik auf Klicks. Mit kaputtem Tracking, zum Beispiel doppelt gezählten Formularen oder Seitenaufrufen als Conversion, optimieren Sie auf Zahlen, die nichts bedeuten.
So erkennen Sie es: Unter Ziele prüfen, welche Conversions angelegt sind und ob sie als primär markiert sind. Wenn dort „Seitenaufruf“ oder „Scrolltiefe“ als primäres Ziel steht, oder gar nichts, ist es dieser Fehler.
4. Displaynetzwerk und Suchnetzwerk-Partner aktiv
Beim Anlegen einer Suchkampagne hakt Google standardmäßig das Displaynetzwerk und die Suchnetzwerk-Partner an. Ihre Textanzeige erscheint dann auf beliebigen Websites und Apps und in Suchmaschinen, die Sie nicht kennen. Diese Klicks sind billig und bringen bei Dienstleistern fast nie Anfragen.
So erkennen Sie es: Kampagneneinstellungen, Netzwerke. Beide Haken raus.
5. Zu großer oder falscher Umkreis
„Deutschland“ als Zielregion für einen Handwerksbetrieb in Dortmund. Oder ein Umkreis von 100 Kilometern, in dem Sie realistisch nur 30 fahren. Oder die Standardeinstellung „Personen, die sich in der Region befinden oder Interesse daran zeigen“, die auch Menschen anspricht, die aus Hamburg nach Dortmund googeln.
So erkennen Sie es: Standorte prüfen, dann den Bericht nach Nutzerstandort. Wenn dort Anfragen aus Städten stehen, in denen Sie nicht arbeiten, ist es dieser Fehler.
6. Google-Empfehlungen automatisch angewendet
Google schlägt im Konto laufend Änderungen vor und bietet an, sie automatisch anzuwenden. Viele davon erhöhen vor allem Ihre Ausgaben: Keywords auf weitgehend passend umstellen, Budget erhöhen, Display-Erweiterung aktivieren, Zielgruppen ausweiten. Wer die automatische Anwendung aktiviert hat, gibt die Kontrolle über das Konto ab.
So erkennen Sie es: Empfehlungen, automatisch anwenden. Alles aus.
7. Falsche Gebotsstrategie zum falschen Zeitpunkt
„Conversions maximieren“ mit Ziel-CPA in einem Konto, das noch keine 15 Conversions hat, führt zu wilden Klickpreisen, weil die Automatik ohne Daten rät. Umgekehrt „Klicks maximieren“ in einem Konto mit 100 Conversions im Monat verschenkt, was die Automatik inzwischen könnte.
So erkennen Sie es: Gebotsstrategie mit der Zahl der Conversions der letzten 30 Tage vergleichen. Wir arbeiten mit einem Drei-Phasen-Modell, das die Strategie an die Datenlage koppelt.
8. Eine Anzeigengruppe für alles
Zwanzig Keywords von „Heizung reparieren“ bis „Wärmepumpe kaufen“ in einer Gruppe mit einer Anzeige. Die Anzeige passt dann zu keinem Suchbegriff richtig, der Qualitätsfaktor sinkt, die Klickpreise steigen und die Landingpage passt auch nicht.
So erkennen Sie es: Anzeigengruppen zählen und Keywords darin lesen. Wenn eine Gruppe Begriffe mit verschiedenen Absichten mischt, ist es dieser Fehler.
9. Anzeigen ohne Bezug zum Suchbegriff
Der Suchbegriff heißt „Notdienst Rohrbruch“, die Anzeige sagt „Ihr Meisterbetrieb seit 1987 für alle Sanitärarbeiten“. Wer einen Rohrbruch hat, will lesen: „Rohrbruch Notdienst, in 45 Minuten vor Ort“. Anzeigen, die den Suchbegriff nicht aufgreifen, werden seltener geklickt und teurer.
So erkennen Sie es: Anzeigen neben die Keywords der Gruppe legen. Wenn die Titel den Suchbegriff nicht enthalten, ist es dieser Fehler.
10. Anfragen liegen bleiben
Der teuerste Fehler passiert außerhalb des Kontos. Eine Anfrage, die am Freitagmittag kommt und am Montag beantwortet wird, ist meistens weg. Der Interessent hat zwei weitere Anbieter angefragt und der schnellste hat den Auftrag. Wir sehen Konten, in denen die Kampagne gut läuft und trotzdem keine Aufträge entstehen, weil niemand zurückruft.
So erkennen Sie es: Zeit zwischen Anfrage und erstem Rückruf messen. Alles über einer Stunde in der Geschäftszeit kostet Aufträge.
Was Sie jetzt tun können
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Vollständigkeit: erst Tracking, dann negative Keywords, dann Netzwerke und Standorte, dann Landingpage. Die ersten drei Punkte dauern zusammen einen Nachmittag und sparen in den meisten Konten sofort Budget. Die Landingpage ist ein eigenes Projekt und bringt danach den größten Sprung bei den Anfragen.
Wenn Sie nicht sicher sind, was in Ihrem Konto passiert, schauen wir im Erstgespräch gemeinsam rein. Meist finden wir die ersten drei Fehler in zehn Minuten.
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