WeingärtnerBeratung GmbH

Anleitung

Google Ads Gebotsstrategien: Das 3-Phasen-Modell

Manuell, Klicks maximieren, Ziel-CPA: Welche Gebotsstrategie passt, hängt von der Datenlage ab. So wechseln Sie in drei Phasen, ohne Lernphase zu verbrennen.

Tobias Weingärtner · 7. September 2026 · 4 Min Lesezeit

Kurz gesagt

Die richtige Gebotsstrategie hängt von der Datenlage ab, nicht vom Geschmack. Phase 1 ohne Conversions: manuell oder Klicks maximieren mit Gebotslimit, um Daten zu sammeln. Phase 2 ab etwa 15 bis 30 Conversions im Monat: Conversions maximieren ohne Ziel. Phase 3 ab stabilen Zahlen: Ziel-CPA, schrittweise angezogen. Wer Phase 3 in Phase 1 einschaltet, zahlt wilde Klickpreise für nichts.

Video: Google Ads Gebotsstrategien 2026: Das 3-Phasen-Modell für mehr Leads. Das Video wird erst nach Klick von YouTube geladen.

Warum die Gebotsstrategie oft falsch gewählt ist

Google empfiehlt beim Anlegen einer Kampagne „Conversions maximieren“. Das ist die beste Strategie für ein Konto mit vielen Daten und die schlechteste für ein neues. Die Automatik braucht Beispiele, wie eine Conversion aussieht: Welche Suchbegriffe, welche Uhrzeit, welches Gerät, welcher Standort. Ohne diese Beispiele rät sie, und Raten kostet bei Google Ads pro Klick.

Das Drei-Phasen-Modell koppelt die Strategie an das, was das Konto weiß.

Phase 1: Daten sammeln

Datenlage: Neues Konto oder unter etwa 15 Conversions im Monat.

Strategie: Manueller CPC oder „Klicks maximieren“ mit einem Gebotslimit. Das Limit ist wichtig: Ohne Limit kauft die Automatik auch Klicks für 20 €, wenn das Budget da ist.

Ziel dieser Phase: Nicht Anfragen um jeden Preis, sondern lernen. Welche Suchbegriffe führen zu Anfragen? Welche kosten nur? Sie füllen die negative Liste, testen Anzeigen und bauen die Datenbasis, auf der Phase 2 aufsetzt.

Dauer: So lange, bis das Konto verlässlich Conversions liefert. Bei den meisten Dienstleistern mit 1.000 € bis 2.000 € Budget zwei bis sechs Wochen.

Voraussetzung: Conversion-Tracking läuft und misst das Richtige. Ohne Tracking gibt es keine Phase 2, egal wie lange Sie warten.

Phase 2: Der Automatik das Steuer geben

Datenlage: Etwa 15 bis 30 Conversions im Monat, das Tracking ist seit mindestens vier Wochen sauber.

Strategie: „Conversions maximieren“ ohne Ziel-CPA. Die Automatik nutzt jetzt die Daten aus Phase 1 und entscheidet pro Auktion, wie viel ein Klick wert ist.

Was passiert: Die Klickpreise schwanken stärker als in Phase 1. Einzelne Klicks werden teuer, weil die Automatik dort eine hohe Wahrscheinlichkeit sieht. Andere werden billiger. In Summe steigt die Zahl der Anfragen meist deutlich, der Preis pro Anfrage schwankt ein paar Wochen.

Was Sie nicht tun sollten: In den ersten zwei Wochen nach dem Wechsel Budget, Keywords oder Anzeigen in großem Umfang ändern. Jede Änderung startet die Lernphase neu.

Dauer: Vier bis acht Wochen, bis der Preis pro Anfrage stabil ist.

Phase 3: Den Preis festlegen

Datenlage: Stabile 30 und mehr Conversions im Monat, der Preis pro Anfrage der letzten vier Wochen ist bekannt.

Strategie: „Conversions maximieren“ mit Ziel-CPA. Der Ziel-CPA ist der Preis, den Sie pro Anfrage zahlen wollen.

Der Fehler, den fast alle machen: Den Ziel-CPA sofort auf den Wunschpreis setzen. Wenn das Konto in Phase 2 bei 80 € pro Anfrage lag und Sie 40 € eintragen, bekommt die Automatik kaum noch Auktionen, die sie zu diesem Preis gewinnen kann. Die Anfragen brechen ein.

Richtig: Ziel-CPA auf den tatsächlichen Wert aus Phase 2 setzen, zwei Wochen laufen lassen, dann in Schritten von 10 bis 15 Prozent senken. Nach jeder Senkung prüfen, ob die Zahl der Anfragen hält. Wenn sie einbricht, einen Schritt zurück. So finden Sie den Punkt, an dem Preis und Menge im Gleichgewicht sind.

Die Übersicht

PhaseConversions pro MonatStrategieZiel
1unter 15Manuell oder Klicks maximieren mit LimitDaten sammeln, negative Liste bauen
215 bis 30Conversions maximieren ohne ZielAutomatik lernen lassen, Menge steigern
3über 30, stabilZiel-CPA, schrittweise senkenPreis pro Anfrage steuern

Wann Sie zurückgehen müssen

Das Modell ist keine Einbahnstraße. Wenn das Budget deutlich sinkt, das Angebot wechselt, die Landingpage neu gebaut wird oder das Tracking eine Weile kaputt war, verliert die Automatik ihre Basis. Dann ist es besser, für einige Wochen zurück in Phase 2 zu gehen, statt mit einem Ziel-CPA weiterzulaufen, den das Konto nicht mehr erreichen kann.

Ein Signal dafür: Die Ausgaben sinken von selbst deutlich unter das Tagesbudget, obwohl Sie nichts geändert haben. Die Automatik findet keine Auktionen mehr, die sie zum Ziel gewinnen kann.

Was das Modell nicht löst

Die Gebotsstrategie verteilt Budget besser, sie erzeugt keine Nachfrage und rettet keine schlechte Landingpage. Wenn die Seite hinter der Anzeige aus zehn Klicks keine Anfrage macht, wird die Automatik in jeder Phase teuer. Die Reihenfolge bleibt: Tracking, Landingpage, negative Keywords, dann Gebotsstrategie.

Wir setzen das Modell in jedem Konto ein, das wir aufbauen, und in fast jedem, das wir übernehmen. In übernommenen Konten ist der häufigste Befund: Phase 3 eingestellt mit den Daten von Phase 1.

Tobias Weingärtner
Geschrieben von Tobias WeingärtnerGeschäftsführer, Google Ads seit 2019

Baut und betreut die Google-Ads-Konten unserer Kunden und zeigt die Arbeit offen auf YouTube, mit echten Konten und echten Zahlen. Mehr über uns

FAQ

Häufige Fragen dazu.

Was ist eine Gebotsstrategie überhaupt?

Die Regel, nach der Google Ads bei jeder Suche entscheidet, wie viel es für Ihren Klick bietet. Manuell heißt: Sie legen den Höchstpreis fest. Automatisch heißt: Google entscheidet pro Auktion anhand von Signalen wie Gerät, Uhrzeit, Standort und bisherigem Verhalten, ob dieser Nutzer wahrscheinlich anfragt.

Wie lange dauert die Lernphase nach einem Wechsel?

Google gibt etwa ein bis zwei Wochen an. In der Praxis hängt es von der Zahl der Conversions ab: Mit 50 Conversions im Monat ist die Automatik nach einer Woche eingespielt, mit fünf nie. Während der Lernphase keine weiteren großen Änderungen vornehmen.

Warum schwankt der Klickpreis bei Conversions maximieren so stark?

Weil die Automatik ohne Ziel-CPA das gesamte Tagesbudget für möglichst viele Conversions einsetzt und dabei einzelne Klicks sehr teuer kaufen darf, wenn sie eine hohe Wahrscheinlichkeit sieht. Das ist in Phase 2 gewollt. Wenn es nach vier Wochen noch schwankt, ist das Signal, auf Ziel-CPA zu wechseln.

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber.

Jetzt starten

Sollen wir uns Ihr Konto anschauen?

30 Minuten: Wir sagen Ihnen, was in Ihrem Konto Geld verbrennt und was fehlt. Kostenlos und unverbindlich.

Ein Partner pro Branche & Region. Den Platz bekommt, wer zuerst anfragt.